Fischer+Friedrich

Therme Wien Oberlaa
Wien

Der Neubau der Therme Wien besteht aus mehreren Badehallenkörpern, die gestaffelt in die gegebene Hangneigung eingepasst sind und durch ein lang gestrecktes Hallendach miteinander verbunden werden. Zusätzlich wurde im vorderen Bereich ein 5-geschossiges Kurzentrum, eine 2-geschossige Tiefagarage und im hinteren Bereich ein 2-geschos-siger Saunabereich und diverse Außenbecken gebaut. Entsprechend dem architektonischen Entwurfskonzepts sollen die Badehallen wie große Findlinge in die geneigte Parkanlage eigebettet werden. In der Tragwerksplanung wurde dieser Ansatz so umgesetzt, dass die freistehenden Badehallenkörper als räumliche, sich selbst tragende, Stahlbetonfaltwerke ausgebildet werden, die nur punktuell auf wenigen Stahlbetonstüzen im Untergeschoss aufgelagert werden müssen. So wird die ungestörte Nutzung des UG’s mit Umkleide -, Dusch-und Technikbereichen gewährleistet. Die gewählte Lösung mit den Steifen Betonkuben hat den Vorteil, dass die hohen Erdbebenlasten (Erdbebenzone 3) sicher über die Badehallenkörper in den steifen monolithischen Kellerkasten eingeleitet werden können. Damit die Zwängungsspannungen aus dem langen Gebäude nicht zu Rissen in den WU-Bauteile der STB-Becken führen, werden die Becken konsequent mit Fugen, Konsolen und Gleitlagern von den STB-Bauteilen der Kuben und von der UG-Decke getrennt. Zur Gewährleistung der Dichtigkeit werden die Becken in WU-Bau-weise (Rissweite < 0,2mm ) ausgeführt und zusätzlich nach DIN 18195-7 mit einer rissüber-brückenden mineralischen Dichtschlämme (MDS) abgedichtet. Für das langgestreckte ca. 200m lange Hallendach, das von der Eingangshalle bis zu dem Saunabereich reicht, wurde aus Kostengründen ,da es vollständig abgehängt wird, eine BSH-Konstruktion, bestehend BSH-Hauptbinder 20 x1 00cm, Abstand e=5-7m ,und BSH-Pfetten 12 x 40cm, Abstand e=1,25m, gewählt. Als tragende und aussteifende Dachschalung wurde eine 25mm dicke OSB/3-Platte ausgeführt. Der ca. 90m lange 5-geschossige Baukörper des Kurzentrums wurde als Stahlbetonskelettbau konzipiert. Entsprechend dem Architektenentwurf soll der schiffsartige Baukörper über dem massiven Sockelgeschoss schweben. Deshalb wurde der vordere weitauskragende Gebäudeteil auf 2 V-Stützen und einer vorgespannten 80cm dicken Stahlbetondecke abgefangen. Die Lasteinleitung der OG-Stützen erfolgt über einbetonierte Stahlpilze und Stahlverbundträger. Die sich nach oben vergrößernden Deckenauskragungen werden über schräge STV-Stützen und durch als Überzug ausgebildete tragende STB-Brüstungen abgefangen. Der schwebende Charakter wird auch durch die im EG zurück gesetzten schlanken STV-Stützen unterstrichen. Die Gründung der Gebäude erfolgt kostengünstig auf einer kombinierten Platte-Pfahlgründung. Dabei werden die Hauptlasten über eine elastisch gebettet Bodenplatte in den Baugrund abgeleitet, in besonders hoch belasteten Bereichen und unter den setzungsempfidlichen Becken werden zusätzlich Großbohrpfähle angeordnet.